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Inhalt und Zusammenfassung, Heft 43
WIDERSPRUCH
- Heft 43
Linke
und Macht
Das "sozialdemokratische Zeitalter" währte
nur kurz, wie Klaus Dräger in seinem
Überblick resümiert. Während Tony
Blairs New Labour in Grossbritannien und die
rotgrüne Koalition in Deutschland weiterhin an
der Regierungsmacht sind und politisch unter Druck
geraten, ist das Mitte-Links-Projekt in zahlreichen
europäischen Staaten inzwischen gescheitert.
Für Jochen Steinhilber ist nach der
Wahlniederlage der französischen Linken das
Konzept der gauche plurielle überholt; einzig
in der Allianz mit der globalisierungskritischen
Bewegung kann s.E. die Zersplitterung der
Linkskräfte überwunden werden. Am
Richtungsstreit zwischen Modernisten und
Traditionalisten in der Sozialdemokratischen Partei
der Schweiz knüpft Franco Cavalli an;
er skizziert programmatische Eckpunkte für die
Wahlen vom Herbst 2003. Hart ins Gericht mit den
Rezepten der von der rot-grünen Regierung
beauftragten Hartz-Kommission zur Reform des
Arbeitsmarktes sowie mit der zustimmenden Haltung
des Deutschen Gewerkschaftsbundes geht Michael
Wendl.
Dringend erforderlich ist eine alternative
Wirtschaftspolitik. Fritz Vilmar blickt auf
sieben Jahrzehnte der Theorieentwicklung
zurück und zeigt die höchst aktuelle
Bedeutung von konzeptuellen Ansätzen der
Wirtschaftsdemokra-tie. Und Michael R.
Krätke interveniert in die Kontroverse
über Modelle von "Marktsozialismus". Willi
Eberle und Hans Schäppi sehen in
der internationalen Gewerkschaftsbewegung neue
Kräfte gegen den Modernisierungs- und
Flexibilisierungspakt entstehen. Eine aktuelle
Einschätzung der vielfältigen
globalisierungskritischen Mobilisierungen und
Kampagnen gibt der Bericht von Yves Kramer.
Christian Zeller informiert über Attac
&endash; eine neue globale Emanzipationsbewegung?
Die Linke muss, so das Plädoyer von John
Holloway, grundsätzlich über
politische Macht nachdenken.
Nach Klaus Dörre verweist Ralf
Dahrendorfs These von der Dominanz einer globalen
herrschenden Klasse auf den Zusammenhang zwischen
Globalisierung, Umbruch der Arbeitsgesellschaft und
sozialer Ungleichheit. In der Analyse dieser Trends
erhalten Klassenkonzepte neue Aktualität. Zwei
Publikationen haben im letzten Jahr die linke
Debatte besonders geprägt: Das
philosophisch-politische Werk "Arbeit und
menschliche Würde" von Os-kar Negt wird
eingehend von Wolfgang Fritz Haug
diskutiert. Und die Studie "Empire. Die neue
Weltordnung" von Michael Hardt und Antonio Negri
wird von Frieder Otto Wolf kommentiert.
Den Diskussionsteil eröffnet Tove
Soiland mit einer machttheoretischen Kritik am
sozialen Konstrukt von Geschlecht ("Mit Foucault
gegen Gender"). An die fortdauernde Notwendigkeit
der Befreiungstheologie erinnert die kenntnisreiche
Analyse von Nikolaus Klein. Und Hans
Baumann fordert Strategien gegen die Demontage
des europäischen Sozialmodells im Zuge der
kommenden EU-Erweiterung. Mario König,
Mitarbeiter der Bergier-Kommission zur Untersuchung
der Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg, zieht
Bilanz und hält weiteren Forschungsbedarf
fest. Das Thema "Schweiz, Nationalsozialismus und
Zweiter Weltkrieg" ist bei weitem nicht
abgeschlossen.
Marginalien und Rezensionen sowie die
Zeit-schriftenschau schliessen das Heft 43 ab.
WIDERSPRUCH
43: Linke und Macht
216
Seiten, Fr. 25.- /
EUR 16.-,
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