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Inhalt
und Zusammenfassung, Heft
40
20
Jahre WIDERSPRUCH
WIDERSPRUCH
- Heft 40
Zukunfts
- Perspektiven
Der
«Terror der Ökonomie» und die
Globalisierungsfolgen, weltweite Ungleichheit und
zunehmende Verarmung, soziale Spaltung und
Natur-zerstörung, aber auch die heterogene
Anti-Globalisierungsbewegung haben in den letzten
Jahren neue Kontroversen über Alternativen zur
Politik des Kapitals und über linke
Perspektiven ausgelöst. Mit Heft 40 liegen
Beiträge aus thematisch unterschiedlichen
Sachgebieten vor - Entwicklungsanalysen,
Forschungsnotizen, Skizzen alternativer Konzepte
und Reformperspektiven.
Arnold
Künzli plädiert einleitend für
eine Rückbesinnung auf Freiheit, Gleichheit,
Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit, auf die
Tradition des sozialen Ethos. Die Zukunft der
radikaldemokratischen Linke liegt in der
politischen Demokratie und in der
Wirtschaftsdemokratie. Zugleich geht es im
Weltkapitalismus, so Elmar Altvater, um
Massnahmen gegen die «financial
repression» des internationalen Währungs-
und Finanzsystems durch Regulation und Reform der
internationalen Finanzmärkte. Ob mit dem
Modernisierungskurs à la Blair/Schröder
der notwendige Umbau des europäischen
Wohlfahrtsstaates, der dem Kapitalismusmodell der
USA weit überlegen ist, gelingt, ist für
Michael R. Krätke bei aller Skepsis
noch offen.
In
Jeremy Rifkins neuem Buch «The Age of
Access» vermisst André Gorz
Widerstandsformen gegen die totalitäre
Kontrolle der Informations- und Wissensgesellschaft
über mehr und mehr Menschen, über die
Freizeit- und Kulturindustrie. Der
«Hyperkapitalismus» beschleunigt die
Ökonomisierung des Sozialen und setzt auf
unbezahlte Arbeit, auf Freiwilligenarbeit. Es ist
nach Mascha Madörin höchste Zeit,
die Debatte über Care Economy aufzunehmen.
Carola Möller geht es ebenso aus
feministischer Sicht um die Frage nach neuen
Wertmassstäben in der Solidarischen
Ökonomie, nach bedürfnisorientierter
Neugestaltung von Arbeit. Chancen zur
Bewältigung gesellschaftlicher Benachteiligung
durch kollektive Selbsthilfe sieht Burghard
Flieger in Sozialgenossenschaften. Dieser
Aktualität des Genossenschaftsgedankens
völlig entgegengesetzt ist, wie Heiner
Busch ausführt, das sicherheitsstaatliche
Konzept «community policing», die
Verpolizeilichung zum Beispiel der Asyl- und
Ausländerpolitik sowie der
Sozialarbeit.
In der
Politische Ökologie wird intensiv über
Zukunftsfähigkeit diskutiert. Mosshen
Massarrat skizziert sein neues Konzept:
Chancengleichheit als Universalethik der globalen
integrativen Nachhaltigkeit. Der Ausstieg der
US-Regierung aus dem Klima-Protokoll von Kyoto Ende
März bedeutet eine energiepolitische
Herausforderung für Europa. Die Energiewende
hat jetzt für Michael Müller erste
Priorität in der ökologischen
Modernisierung. Allerdings ist dabei, so Willi
Brüggen, von der Ökosteuer Abschied
zu nehmen und neu über den Zusammenhang von
Natur, Arbeit und Energie nachzudenken. Alternative
Modelle von partizipatorischer Planung und von der
Sozialisierung des Marktes, über die
Meinhard Creydt aus dem
angelsächsischen Kontext berichtet, bereichern
die Debatte über öko-soziale Politik.
Nach
den Jahren hoher Arbeitslosigkeit in der Schweiz
ist jetzt in der Gewerkschaftspolitik, so
Andreas Rieger in seiner Bilanz, Offensive
angesagt, programmatische Neuausrichtung, eine
Zukunftsdebatte. In Anbetracht der Globalisierung
insistiert Dan Gallin dabei auf eine Reform
der Organisationsstruktur und fordert einen neuen
Internationalismus der Gewerkschaften.
Den
Diskussionsteil eröffnet Alex Demirovic
mit seinen Notizen zum Perspektivenwechsel und zu
den Reformulierungsansätzen in der kritischen
Gesellschaftstheorie. Michael Jäger
setzt seine Überlegungen zur Religionskritik
fort in der Auseinandersetzung mit der Kirche: Ist
die christliche Religion der Unterbau des
Kapitalismus? Und Manfred Züfle gibt
Einblick in Otto Fenichels «Rundbriefe»
aus dem amerikanischen Exil, diesen einzigartigen
Fundus in der Geschichte und Theoriebildung der
Psychoanalyse. Ueli Mäder stellt Robert
Castels Studie «Die Metamorphosen der sozialen
Frage» vor und Stefan Howald führt
in Stuart Halls Theorieprojekt «Cultural
Studies» ein.
Marginalien
und Rezensionen schliessen Heft 40 ab.
WIDERSPRUCH
40: Zukunfts - Perspektiven
208 Seiten, Fr./DM 25.-,
im Buchhandel oder gleich hier
WIDERSPRUCH, Postfach, CH-8026 Zürich
Tel./Fax 0041 (0)1 273 03 02,
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