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Inhalt
und Zusammenfassung, Heft
39
Das neue WIDERSPRUCH-Heft 39 / Juli 2000:
Rechtspopulismus
- Arbeit und Solidarität
In Westeuropa
tragen die Regierungslinken, die
sozial-demokratischen Parteien, die Grünen und
die Gewerkschaften politische Mitverantwortung am
Erstarken des modernen Rechtspopulismus. Worin
bestehen die Probleme, Chancen und Perspektiven
einer sozialen Demokratiepolitik, einer
solidarischen Arbeits- und Sozialpolitik, die das
Terrain nicht den Rechten
überlassen?
Die sozialen und
arbeitsrechtlichen Folgen der forcierten
Modernisierung und des anhaltenden
Flexibilisierungsdrucks wirken sich für die
Lohnabhängigen auf dem Arbeitsmarkt destruktiv
aus. Dementsprechend ist nach Walter Schöni
die neue Konzeption der neoliberalen
Wirtschaftspolitik, der Arbeitskraft-Unternehmer,
einzuschätzen: Erwerbsschicksal statt
Arbeitersolidarität. Die Forschungsergebnisse
von Martin Kuhlmann und Michael
Schumann zum Arbeits- und
Betriebsverständnis, zur Arbeitssituation,
Gruppenarbeit und Leistungsgerechtigkeit sind
ambivalent. Im Interesse gewerkschaftlicher
Arbeitspolitik steht eine Arbeitssolidarität,
die den Bewertungen vorgegebener Solidaritäten
wie Familie, Nation oder Klasse standhält.
Denn Solidaritätspotentiale und Partizipation
im Betrieb bleiben nach Klaus Dörre
auch im Aktionärskapitalismus bestehen. Und
emanzipatorische Politik hat, wie Ueli
Mäder zur Grundeinkommens-Debatte
festhält, nicht nur "jenseits der Zivilisation
der Arbeit" (André Gorz) anzusetzen. Ausbau
von Niedriglohnbereichen, Lohnflexibilisierung und
Leistungslohnsysteme haben in den neunziger Jahren
Lohngerechtigkeit und Klassensolidarität in
der Einkommenspolitik untergraben. Für
Willi Eberle und Hans Schäppi
steht deshalb die Repolitisierung der Lohnfrage
im Zentrum der Gewerkschaftspolitik.
Konzepte vom
"Dritten Weg" verunsichern die sozial-demokratische
Wählerbasis und der dezidiert
unternehmensfreundliche Pragmatismus der
rot-grünen Bundesregie-rung hat in Deutschland
die "Neue Mitte" verprellt. Deren unterschiedliche
Milieus aber, so Michael Vester, sind an der
Demontage der Arbeitnehmergesellschaft nicht
interessiert. Und wird der Sozialstaat unter
rot-grüner Regierung zum Auslaufmodell?
Gisela Notz zieht aus frauenpolitischer
Sicht eine ernüchternde Bilanz. In
Anknüpfung an Pierre Bourdieus
"Generalstände der sozialen Bewegung"
skizziert Frieder Otto Wolf in einer
theoretischen Selbstverständigung
Ausgangspunkte für strategische Projekte
linker Politik in Westeuropa - als Gegenposition zu
den neuen Rechtspopulismen.
Bei aller
taktischen Abgrenzung seitens
rechtsbürgerlicher Parteien - die
Mobilisierungserfolge der Rechtspopulisten, ihre
Fremdenfeindlichkeit und Politik der Angst haben
den Nationalismus und Rassismus stark
gefördert und der Gewalteskalation der
rechtsradikalen und neofaschistischen Parteien und
Gruppen Vorschub geleistet. In einer Diskursanalyse
legt Josef Lang am Beispiel von Christoph
Blocher und der SVP die historischen und
ideologischen Kontinuitäten des modernisierten
National-konservativismus in der Schweiz frei, der
in den rechten Flügeln der CVP und FDP an
Boden gewonnen hat. Franz Schandl sieht in
der rechtspopulistischen Volks-bewegung FPÖ
von Jörg Haider ein postfaschistisches
Projekt, eine nationalistische Veranstaltung des
Neoliberalismus jenseits von Klasse und Lager.
Haider der Prototyp einer extremistischen Mitte?
Ein Erklärungsansatz, so Gerd Wiegel,
der in der herrschenden Extremismus- und
Totalitarismusforschung und bei traditionellen
Linken tabuisiert wird. Oder handelt es sich beim
FPÖ-Massenpublikum und Phanömen Haider um
raffinierte Psychopolitik? Manfred
Züfle interveniert.
Im Anschluss an
Widerspruch-Hefte 35 und 37 diskutiert Norman
Paech in seinem Beitrag "Europäische
Wertegemeinschaft und humanitäre
Globalisierung" Aspekte des Völkerrechts,
NATO-Krieg und die militarisierte
Menschenrechtspolitik. Und Wolf-Dieter Narr,
angeklagt wegen "Aufruf zur Fahnenflucht und
Gehorsamsverwei-gerung", klagt seinerseits die am
NATO-Krieg gegen Jugoslawien mitbeteiligte
rot-grüne Bundesregierung an.
Literaturberichte
und Rezensionen zum Themenschwerpunkt schliessen
Heft 39 ab.
WIDERSPRUCH 39 : Rechtspopulismus - Arbeit und Solidarität. 204 Seiten, Fr./DM -21.--,
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Solidarität 204 S., 21 Fr./DM,
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