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Inhalt
und Zusammenfassung, Heft
38
Das neue WIDERSPRUCH-Heft 38 / Dezember 1999/
Januar 2000:
Globalisierung
und Widerstand
Sind
Handelsliberalisierung und Wachstumsbeschleu-nigung
der einzige Weg zur Überwindung von
Un-gleichheit und Armut im 21. Jahrhundert?
Globalisie-rung "mit menschlichem Antlitz"?
Christoph Scherrer erinnert einleitend an
die Geschichte der Aussenwirtschaftspolitik in den
USA nach dem Zweiten Weltkrieg: der Freihandel als
hegemoniales Projekt. Eine weltwirtschaftliche
Momentaufnahme von Rainer Falk anhand von
Jahresberichten der UNCTAD, WTO und Weltbank
dokumentiert die Zunahme von Armut und Verelendung
insbesondere in den Drittweltländern. Die
deregulierten Weltfinanzmärkte und die
Transformation zum Shareholder-Kapitalismus in den
Metropolen ziehen nach Joachim Bischoff in
vielen Staaten einen Umbau der Gesellschaftsordnung
nach sich. Wie aber die Macht der Globalfinanz, die
totale Liberalisierung der Devisenmärkte
einschränken? François Chesnais
plädiert für die Tobin-Steuer und
eine Kontrolle der Kapitalmärkte. Elmar
Altvater und Birgit Mahnkopf
erörtern die Schwierigkeiten bei der
Einführung der Tobin-Steuer.
Michael
Krätke verortet die Globalisierung im
historischen Rahmen der Weltökonomie und des
Weltsy-stems. Der Mythos vom Ende des
Nationalstaates und der Nationalökonomie ist
seines Erachtens ein für die Linke fataler
Aberglaube. Globalisierung und Standortwettbewerb
treiben nach Willi Brüggen und Elmar
Peine Deutschland und Japan in immer
ruinösere Exportschlachten. Das Gleichgewicht
zwischen dem Binnenmarkt- und dem Weltmarktsektor
ist gestört. Die Autoren stellen ihre
Reformvorschäge zur Regionalisierung vor.
Für Christoph Butterwegge entstand in
den neunziger Jahren ein Nährboden für
den Standortnationalismus, der für die
Globalisierungsverlierer in Europa den
modernisierten Rechtspopulismus und
Rechtsradikalismus attraktiv macht. Migration,
Globalisierung und Flexibilisierung auf den
Arbeitsmärkten haben, so Brigitte
Young, im Haushaltsbereich eine wachsende
Ungleichheit unter Frauen geschaffen: Herrin und
Magd. Ökonomische Faktoren und Folgen der
Globalisierung und Fusionen in der Pharmaindustrie
analysiert Hans Schäppi.
Gewerkschaftsinternationalismus und konkrete
Gegenstrategien stehen auf der Tagesordnung. Auch
in Ländern der Peripherie wächst, wie
Beat Dietschy berichtet, der Widerstand
gegen den Globalisierungsdruck. Dies zeigt sich
nach Urs Sekinger auch in der Debatte
über Arbeitsrechte, Sozial- und
Umweltklauseln: ein Protektionismus des Nordens
gegen den Süden? Ebenso kontrovers wird, so
Ulrich Brand, das Global Governance-Konzept
diskutiert: ein Diskurs im Dienste der neuen
Weltordnungspolitik? Florianne Koechlin
klärt auf, warum nach dem Biosafety-Abkommen
die Opposition gegen die Kontrolle über die
Ernährungsgrundlagen durch Agrokonzerne und
gegen Gentech-Food intensiviert werden muss.
Die
internationale Schuldenkampagne Jubilee 2000 ist
nach Dot Keet eine Chance, über die
Ursachen der Schuldenkrise, über Armut,
Ungerechtigkeiten und Krieg in
Drittweltländern nachzudenken. Obgleich es
Differenzen zwischen den Anti-Verschuldungs-Gruppen
im Süden und im Norden gibt, geht es ihr
letztlich um den gemeinsamen, solidarischen Kampf
für die Schuldenstreichung. Dabei betont
Gertrud Ochsner in ihrer Replik die
Verrechtlichung globaler Regulierungen und die
Menschenrechte. Im Rückblick auf die
Schuldenkonferenzen in den letzten zehn Jahren
rekapituliert Mascha Madörin die
Debatten über Schuldenstreichung. Nach dem
Scheitern der Strukturanpassungsprogramme in den
Schuldnerländern entdecken IWF und Weltbank
die Armutsbekämpfung. Barbara
Unmüßig erläutert die
Strategiepapiere und Finanzierungsinstrumente. Aus
der Sicht der sozialen Widerstandsbewegungen
kritisiert Dieter Drüssel die
HIPC-Initiativen zum Schuldenerlass und die Rolle
der Nicht-Regierungsorganisationen.
Literaturberichte
und Rezensionen zum Themenschwer-punkt schliessen
Heft 38 ab.
WIDERSPRUCH 38 : Globalisierung und Widerstand. 228 Seiten, Fr./DM -21.--,
WIDERSPRUCH
Heft 38: Globalisierung und Widerstand 228 S., 21 Fr./DM,
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